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Einmal Seniorenteller, bitte!

Tierheilpraxis
Veröffentlicht von in Ernährungsberatung/alter Hund · 30 November 2020
Einmal Seniorenteller, bitte!
Braucht man besonderes Hundefutter für alte Hunde?
 
Nahrungsergänzungsmittel für Hunde und Katzen gibt es mittlerweile wie Sand am Meer und ich habe das Gefühl, es werden täglich mehr. Ständig werden neue Produkte oder Altbekannte in neuen Zusammensetzungen angeboten. Manche sind wirklich sinnvoll, aber längst nicht alle. Aber wie soll man da den Überblick behalten?
 
Um es uns einfach zu machen, bietet die Hundefutterindustrie Futter für alle Lebenslagen an. Für Welpen, Junghunde, ausgewachsene Hunde, Sporthunde, kranke Hunde und natürlich auch für die Hunde-Senioren.
 
Bei all diesen Futtersorten werden die Nährstoffe auf den jeweiligen Bedarf abgestimmt, so heißt es zumindest. Auch beim Futter für den alten Hund.

 
Aber was ist der richtige Bedarf? Es haben ja längst nicht alle alten Hunde dieselben Probleme. Und schon gar nicht alle gleichzeitig die gleichen Senioren-Wehwehchen.


 
Es werden alle möglichen und unmöglichen Zusätze ins Futter gegeben, Vitamine, Mineralstoffe und besonders gerne viele Kräuter. Damit hört es sich auf jeden Fall schon mal schön gesund an.
 
So, was braucht ein alter Hund denn nun für ein Futter?

 
Der wichtigste Bestandteil des Seniorenfutters ist hochwertiges, leicht verdauliches Fleisch. Also möglichst Muskelfleisch und kein schwerverdauliches Bindegewebe wie z.B. Lunge, Pansen, Euter oder Magen. Die meisten Futtermittelhersteller werden auch damit. Der Blick aufs Etikett zeigt aber oft das Gegenteil oder lässt überhaupt keine Einblicke zu.

 
Seniorenfutter ist häufig fettarm, um die Bauchspeicheldrüse nicht zu belasten. Aber was ist, wenn unser Oldie gar keine Bauchspeicheldrüsenprobleme hat?
 
Für den kleinen oder großen Pummel-Hund ist das eventuell ok. Aber die zierliche Hunde-Omi, die eigentlich besser noch was auf den Rippen hätte, kommt mit einem fettarmen Seniorenfutter nicht aus. In diesem Fall zeigt eine Rationsüberprüfung wahrscheinlich, dass Fett zugefüttert werden muss. Denn Senior ist nicht gleich Senior. Und das gilt für alles, was sich so an „Sonderzugaben für Hunde-Senioren“ im Hundefutter tummelt.
 

In vielen Senior-Futtersorten findet man zum Beispiel Grünlippmuschel-Extrakt, zur Unterstützung der Gelenke. Das ist gut für die Werbung. Aber der Hund hat nur was davon, wenn die Menge stimmt.
Ich habe gerade für eine Kundin ein Futter überprüft, das mit dem Muschelextrakt beworben wurde. Das Ergebnis ist, dass in der Futtermenge für einen 25kg-Hund nur ¼ der benötigten Menge Grünlippmuschel zu finden ist.

 
Der erhoffte gesundheitsfördernde Effekt wird also aller Wahrscheinlichkeit nach, nicht eintreten. Es wird vermutlich keine Verbesserung der Arthrose-Beschwerden unseres Hunde-Opis geben.
 
Dasselbe gilt für zugefügte Kräuter und Früchte. Unabhängig davon, dass sie nur dann einen therapeutischen Effekt haben, wenn sie anhand der auftretenden Beschwerden passend ausgesucht werden, hört sich diese Aufzählung aus einer Futterdeklaration eher nach einem etwas überfrachtetem Tee an:
Ebereschen, Hagebutten, Heidel-, Holunder-, Johannisbeeren, Brennnesselblätter, Kamille, Brombeerblätter, Fenchel, Kümmel, Schafgarbenkraut.

 
Wenn ein Hund Beschwerden hat, denen ich gerne mit Kräutern entgegenwirken möchte, dann suche ich sie ganz bewusst aus. Dabei entscheide ich gleichzeitig, wieviel er davon bekommt und über welchen Zeitraum. Denn mit Kräutern unterstützt man im Normalfall „kurweise“, zum Beispiel über einen Zeitraum von drei - sechs Wochen, je nach Einsatz.

 
Ganz sicher werde ich mich nicht dazu entscheiden, die nächsten Jahre in jede Futtermahlzeit eine Prise gemischte Kräuter zu geben. Mehr ist in den meisten Futtersorten nämlich tatsächlich nicht drin. Und das Wenige ist dann aber täglich, womöglich über Jahre, im Futter.
 
Ja, ein alter Hund hat andere Bedürfnisse als ein junger Hund. Auch ans Futter. Besonders dann, wenn sich im Alter langsam Erkrankungen einschleichen. Aber es macht nicht wirklich Sinn, alles gleichzeitig, in nicht nachvollziehbaren Dosierungen dem Futter zuzufügen. In der Hoffnung, irgendetwas davon wird schon richtig sein.


 
Genauso verfährt man bei eventuellen Mineralstoff- oder Vitamin-Mängeln. Es wird sinnvoller Weise dort aufgefüllt, wo etwas fehlt. Und nicht mit der Gießkanne ein ominöses Gemisch auf den Acker gebracht, mit der Hoffnung auf eine gute Ernte. Einen Mineralstoff als Unterstützung zuzufüttern, der gar nicht im Mangel ist, bewirkt im ungünstigsten Fall ein Ungleichgewicht im Mineralstoffhaushalt, das dann wiederum neue Probleme schafft.

 
Konkrete Probleme geht man am besten mit konkreten Lösungen an.

 
Also lieber ein „normales“ Futter, mit hochwertigem, leicht verdaulichem Fleisch und möglichst wenig Schnick-Schnack als Zusatz. Der Rest lässt sich ohne großen Aufwand zugeben.
 
Und zwar so, dass die Gelenke tatsächlich unterstützt werden, die Verdauung wieder besser funktioniert oder der Fellwechsel leichter über die Bühne geht.
 



Tierheilpraktikerin Maike Sauerstein        
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Bei den hier vorgestellten Methoden sowohl therapeutischer als auch diagnostischer Art handelt es sich um alternative Heilverfahren, welche weder nachgewiesen noch wissenschaftlich und schulmedizinisch anerkannt sind.
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