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Dein Hund und seine Verdauung

Tierheilpraxis
Veröffentlicht von in Verdauung Hund · 30 September 2021
Tags: VerdauungHundMagenproblemeDurchfallSodbrennen
Dein Hund und seine Verdauung
Vom Futter bis zum Häufchen
In diesem Blogartikel erfahrt ihr, wie die Verdauung eines Hundes funktioniert. Ich nehme euch mit auf eine Reise durch den Verdauungsapparat. Und ich bin sicher, dass ihr so manchen Aha-Gedanken haben werdet.

Wenn ihr wisst, welche Abläufe zwischen Futteraufnahme und Häufchen stattfinden, dann erkennt ihr auch die Schwachstellen.
 
Wir reden ständig über Verdauungsprobleme unserer Hunde. Auch hier, in meinem Blog oder auf meiner Facebook-Seite ist das mein Hauptthema.
 
Vorne kommt das Futter rein und hinten ein Häufchen wieder raus. So weit, so gut.
 
Aber was passiert dazwischen?


Fangen wir mal mit der Futteraufnahme an.

Maul und Zähne
Jeder Hund frisst anders, aber sehr viele schlingen ihr Futter in kurzer Zeit runter. Ich weiß, dass das manche von Euch zur Verzweiflung bringt. Aber ich kann Euch beruhigen, die meisten Hunde vertragen das.
               

Richtig kauen können Hunde gar nicht, weil sie keine Backenzähne mit Mahlflächen haben. Ihr Gebiss ist ausgerichtet auf das Fangen von Beutetieren und das grobe Zerteilen der Fleischstücke. Und weil ein Wolf immer mit Nahrungskonkurrenten rechnen muss, verschlingt er seine Beute möglichst schnell.
 
Unsere Haushunde haben das eigentlich nicht nötig. Sie bekommen ihr Futter regelmäßig vor die Nase gestellt und könnten sich Zeit lassen beim Fressen. Manche machen das auch, aber die meisten gehören zu der Fraktion der Schnellfresser.
 
Wenn es tatsächlich zu schnell war, wird alles wieder erbrochen und direkt nochmal gefressen. Der zweite Versuch klappt dann meistens und bleibt auch drinnen.
 
Merke: Hunde haben einen Schlingrachen und keine Backzähne zum Zerkauen der Nahrung!
 
Das Futter im Maul wird jetzt, mit der Hilfe der Speicheldrüsen eingespeichelt, damit es gut rutscht. Im Gegensatz zu uns Menschen haben Hunde keine Verdauungsenzyme im Speichel. Für die eigentliche Verdauung spielt das Einspeicheln also keine Rolle.

Die Speiseröhre
 
Das grob zerkleinerte Futter wird nun durch die Speiseröhre in den Magen befördert. Auch die Speiseröhre ist mit vielen Schleimdrüsen ausgestattet. Dieser Schleim schützt die Speiseröhre selbst und hilft beim Transportieren der Nahrung. Denn im Gegensatz zu unserer Speiseröhre, verläuft die des Vierbeiners fast waagerecht, bevor sie in den Magen mündet.
 
Der Magen
Der Magen ist am Anfang und am Ende durch einen Ringmuskel verschlossen, damit der Nahrungsbrei während des Verdauungsvorganges auch wirklich im Magen bleibt.   

Der Magen selbst besteht aus mehreren Zonen, die alle etwas unterschiedliche Aufgaben haben.
 
Direkt hinter dem Eingang befindet sich die Kardiadrüsenzone, die Sekret und Schleim bildet. Der Schleim legt sich an die Magenwand und dient ihr als Schutz vor der Magensäure.
 
Die nächste Zone ist die Fundusdrüsenzone. Auch hier wird Schleim gebildet, aber hier entstehen auch die, für die Verdauung wichtigen Magensäfte. Sie enthalten Verdauungsenzyme und Salzsäure.
 
Der pH-Wert im Magen wird an dieser Stelle auf 1,5 – 3,5 pH abgesenkt. Hier ist es also sehr sauer.

Dieser niedrige pH-Wert ist ein guter Schutz. Viele Fremdkeime, die über die Nahrung aufgenommen werden, überstehen dieses Säurebad nicht.

Für einige Hunde ist dieser saure Mageninhalt aber auch ein sehr unangenehmes, schmerzhaftes Problem. Zum Beispiel dann, wenn der Muskel am Eingang des Magens nicht mehr zuverlässig schließt und Magensäure "zurück" in die Speiseröhre fließen kann. Es kommt zum gefürchteten Sodbrennen.
 
Der Magen eines Hundes kann sich übrigens bis zum zehnfachen Ausdehnen. Für Wölfe ist das sehr wichtig, unsere Haushunde benötigen diese Fähigkeit wohl eher selten.
 
Im Fundusdrüsenteil des Magens beginnt jetzt die Verdauung, indem die Magensäfte das Futter langsam durchweichen.
 
Der Magensaft wird übrigens nicht nur gebildet, wenn das Futter ankommt. Auch für Leckerlis wird das ganze Verdauungsprogramm abgespult.
 
Bei Hunden, die immer zur selben Zeit gefüttert werden, setzt häufig genau zu diesem Zeitpunkt die Magensaftproduktion ein. Egal, ob es tatsächlich etwas zu verdauen gibt oder nicht. Bei empfindlichen Hunden kommt es dadurch zu Magenproblemen.


Das Verdauungsenzym Pepsin startet nun im Magen mit der Eiweißverdauung.
Pepsin zerlegt die Eiweiße in Teile, und bereitet sie so für die endgültige Verarbeitung im Dünndarm vor.
 
Auch die Fettverdauung hat im Magen schon ihren Anfang.
 
Im Endteil des Magens, dem Pylorus, wird der Futterbrei durch Muskelkontraktionen ordentlich vermischt, bevor er dann schubweise in den Dünndarm weitergegeben wird.
 
Wie schnell das Futter den Magen wieder verlässt, hängt von mehreren Faktoren ab. Das Signal zur Weiterleitung in den Dünndarm wird gegeben, wenn der Futterbrei einen bestimmten Grad der Verflüssigung erreicht hat.

Sehr stark zerkleinertes Futter, z.B. gewolftes Fleisch, erreicht diesen Zustand schneller als stückiges Fleisch oder andere schwerer verdauliche Futterbestandteile.
Was sich zunächst wie ein Vorteil anhört, ist eigentlich ein Nachteil. Wenn das Futter den Magen sehr schnell wieder verlässt, haben die Peptide nur wenig Zeit für ihre Verdauungsvorgänge.

Die nicht erledigte Arbeit wird in den Dünndarm verschoben, der dadurch neue Aufgaben zugewiesen bekommt, die er normalerweise nicht ausführen muss.
Das wiederum verändert unter Umständen die Bakterienzusammensetzung im Darm. Und schon haben wir den Anfang vom Tohuwabohu in der Darmflora
 
Normalerweise ist nach 10-12 Stunden auch der letzte Rest des Futterbreis vom Magen in den Dünndarm weitergewandert.

Ihr seht, es gibt schon auf dem Weg vom Futternapf bis zum Magen einige Stellen, an denen Probleme auftreten können. Empfindliche Hunde haben mit diesen Problemen häufig stark zu kämpfen. Zum Glück haben wir viele Möglichkeiten darauf einzuwirken.

 
Wie es im Darm weitergeht, erzähle ich euch in Teil 2.
Wo und wodurch Probleme entstehen können, erfahrt ihr in Teil 3.

Bis dahin genießt mit euren Hunden den bunten Herbst.
 
 
 



Tierheilpraktikerin Maike Sauerstein        
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Bei den hier vorgestellten Methoden sowohl therapeutischer als auch diagnostischer Art handelt es sich um alternative Heilverfahren, welche weder nachgewiesen noch wissenschaftlich und schulmedizinisch anerkannt sind.
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